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Rassehunde, die interessante geschichtliche Entwicklung

In alten Büchern und Schriften gelesen

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Auf dieser Seite finden Sie ständig sehr interessante Artikel. Ich habe viele alte Bücher und Zeitschriften. Ich möchte Auszüge daraus einfach weitergeben. Es handelt sich um viele Wissensgebiete wie Sport, Gesundheit, Politik, Tierwelt und u.a. Sie werden überrascht und immer wieder neugierig sein, was ich Ihnen wieder herausgesucht habe.

Heute geht es um die einführende Darstellung der Entwicklung unserer Rassehunde und ich zitiere einige Passagen aus dem nun nicht mehr neuesten Buch

Rassehunde einst und jetzt von Ingrid Seupel Deutscher Landwirtschaftsverlag DDR 1976

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lNiemand kennt den Ort und den Zeitpunkt der Hausticrwerdung des Hundes genau. Die uns bislang bekannten Quellen lassen darauf schließen, daß der Hund in der Mittelsteinzeit - dem Mesolithikum - bei den Menschen der Urgemeinschaft, die bereits eine höhere Kulturstufe erreicht hatten, Haustier wurde. Die mittlere Steinzeit beginnt etwa 10 ooo Jahre vor unserer Zeitrechnung; sie ist durch eine fortschreitende Erwärmung, den Eisrückgang, eine zunehmende Bewaldung und Veränderung der Tierwelt gekennzeichnet. Die Funde von kleinen Gerätschaften, zum Beispiel von Pfeilspitzen, Klingen, Werkzeugen aus Knochen wie Angelhaken, Harpunen und Nadeln und die Anhäufung von unverdaulichen Nahrungsresten aus dieser Zeit, zum Beispiel die an der dänischen Küste gefundenen Muschelhaufen, die auch eine Anzahl Skeletteile von Haushunden enthielten, lassen die Übergänge zur Seßhaftigkeit des Menschen und der Haustierwerdung des Hundes erkennen.

Die Jungsteinzeit - das Neolithikum - beginnt etwa 5 ooo v. u. Z. mit der in Kleinasien bereits vorhandenen Viehzucht (Schafen, Rindern, Schweinen) und Bodenkultur, und der Mensch dürfte dort die Nützlichkeit des Haushundes als Beschützer der Herden schon erkannt haben.

Im 4. bis 1. Jahrtausend v. u. Z. haben in Ägypten Künstler bereits die verschiedensten Formen der damals gehaltenen Haushunde abgebildet, unter anderem auch solche, die den heutigen Windhunden, Laufhunden, Spitzen, Doggen und Dachshunden ähnlich sind. Griechische sowie römische Künstler und später auch Schriftsteller haben uns mit den bereits vor unserer Zeitrechnung vorhandenen Haushunden vertraut gemacht. Die Assyrische Kriegsdogge, ein Hund von ungewöhnlicher Größe, und der oft erwähnte römische Molosser gaben vielfach Anlaß zu

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Sven Meissner

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Spekulationen. Altindische Darstellungen gleichen den altägyptischen. Durch älteste chinesische Geschichtsschreibung ist uns das Vorhandensein des Haushundes in China überliefert. Das heilige Buch der altpersischen Religion »Zendavesta« enthält im 15. und 30. Kapitel mehrere Abschnitte über Hunde, deren Zucht und Erziehung; in diesen ist für »schwer erziehbare Hunde« sogar die Todesstrafe vorgesehen. In der Mythologie spielte der Hund bei vielen Völkern eine große Rolle, aber auch im Aberglauben: Wegen angeblicher Heilkraft seines Fleisches wurde es gegessen oder ein junger Hund auf kranke Körperstellen des Menschen aufgelegt, damit er die Krankheit des Menschen in sich aufnehme.

Wissen wir einiges, wenn auch lückenhaft, aus der geschichtlichen Entwicklung unserer Haushunde, und trugen die Kynologen der vergangenen Jahrhunderte viel Wissenswertes über die einzelnen Hunde, die sich in verschiedenen Ländern entwickelt hatten, zusammen sowie über ihre Verwendung bei der Jagd, an der Herde oder in Haus und Hof, so interessierte sie die primäre Frage nach der Abstammung der Hunde jedoch nur nebenbei, und kritiklos wurden bis in das 19. Jahrhundert »Wildhunde« als Vorfahren genannt. Die Hunde waren eben vorhanden - erwähnenswert waren hauptsächlich die aus anderen Ländern stammenden -, und hin und wieder werden Einkreuzungen des Wolfes in Haushunde erwähnt oder Paarungen vorhandener Typen untereinander.

Der schwedische Naturforscher Lm-ne (1707 bis 1778) war ein hervorragender Systematiker, führte die binäre Nomenklatur (doppelnamige Benennung) der Pflanzen-und Tierwelt ein. Er lehnte aber die gesetzmäßige Entwicklung der Natur ab und vertrat beharrlich die Ansicht, daß es »so viele verschiedene Arten, wie von Anfang an das unendliche Wesen geschaffen hat« gäbe. Dieser Ansicht von der Konstanz der Natur stellte 'Darwin (1809 bis 1882) seine Arbeit »Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl« gegenüber und widerlegte die sich bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts noch in manchen kynologischen Werken...

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Einige Seiten weiter wird zur Entwicklung Rassehunde dargelegt:

Über die Zugehörigkeit zu einer Tierart entscheiden nicht allein Form, Farbe und Leistung, sondern auch die gemeinsame Abstammung und die Möglichkeit, fruchtbare Nachkommen - selbst bei Paarungsunfähigkeit - hervorzubringen. Das ist bei unseren Haushunden der Fall, denn immer können wir auch bei den extremsten Exemplaren der einzelnen Rassen den Hund erkennen, der gegebenenfalls künstlich besamt werden kann, wenn eine natürliche Paarung wegen zu unterschiedlicher Größe der Partner nicht möglich ist, und so dennoch fruchtbare Nachkommen ergibt.

Die heute übliche Erklärung des zoologischen Rassebegriffs lautet: »Rassen sind Gruppen von Einzeltieren innerhalb einer Art, die sich durch das Vorhandensein bestimmter Eigenschaften von anderen Artgenossen unterscheiden und diese Eigenschaften im allgemeinen auf ihre unter gleichen Umweltbedingungen aufwachsenden Nachkommen vererben.«

In der Vererbungslehre hingegen versteht man unter Rasse »eine Gruppe von Tieren, die auf Grund von geleiteter Zuchtwahl erbreine Träger eines bestimmten Erbmerkmaics sind«. Diese Rassen sind das Ergebnis planmäßiger züchterischer Arbeit. Der Tierzüchter, auch der Hundezüchter, versteht nach W. Koch unter Rasse wieder etwas anderes. Tierzüchtcr richten sich nach einem aufgestellten Zuchtzicl, entsprechend einer Reihe von Merkmalen und Eigenschaften - vorwiegend hinsichtlich Körperform, Farbe und Verhalten oder Leistung -, und um dieses zu erreichen, ist eine komplizierte, sorgfältige Arbeit erforderlich. W. Koch betont, daß in Verbindung mit dem Zuchtzicl die Angehörigen einer Haustierrasse deshalb auch gewöhnlich nur für die meisten Merkmale einigermaßen erbgleich sind. Die Variationsbreite innerhalb einer Rasse kann in bczug auf Größe, Form und Substanz des Gebäudes, Farbe, Behaarung und Verhalten recht groß sein.

Die ersten Haushunde waren Primitivoder Ursprungsrassen, wie sie noch heute in Südcuropa, Asien, Nord- und Ostafrika vorkommen. Später bildeten sich dann die ver

edelten und verbesserten Naturrassen als Übergangsrassen zu den Zucht- und Kulturrassen der Gegenwart heraus. Nach W. Koch war bereits beim Wildhund eine Anzahl von rassebildenden Merkmalen vorhanden, und weitere sind bald nach der Domestikation aufgetreten. Damit war schon in vorgeschichtlicher Zeit die Voraussetzung zur Rassenzüchtung gegeben. Es ist nicht anzunehmen, daß irgendeine Rasse über sehr lange Zeiträume hindurch bestanden hat, dagegen ist es möglich, daß eine Rasse mit bestimmten Merkmalen zu verschiedenen Zeiten neu gezüchtet wurde. Sobald aber der Mensch das Interesse an einer Rasse verliert, sie nicht mehr weiterzüchtet, verschwindet sie. Das Aussterbcn der Rassen hängt oft mit den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen und mit dem Verwendungszweck zusammen, wie das z. B. bei den Hunden der Fall ist, die für die aufwendigen Hetz- und Parforcejagden des Feudaladels verwendet wurden.

Unsere Haushundrassen entstanden dadurch, daß der Mensch zu allen Zeiten eine gewisse Auswahl unter den vorhandenen Haushunden entsprechend deren Eigenschaften vornahm. Die wertvolle Hilfe des Hundes bei der Bewachung und zum Schutz der Herden sowie bei der Jagd läßt darauf schließen, daß früher Hirten und Jäger die von ihnen geschätzten Eigenschaften der Hunde zu erhalten trachteten, indem sie die nach der Leistung geeignetsten Tiere paarten. Viele Jahrhunderte war einzig und allein für die Auswahl der Partner der Gebrauchszweck bestimmend. Form und Farbe spielten eine untergeordnete Rolle, obwohl bestimmte Farbzeichnungen der Jagdhunde, wie beispielsweise Scheckung, bei den alten Römern als Merkmal für die »Echtheit« des Hundes galt und der weiße Hirtenhund wegen seiner Farbe vorgezogen wurde, da er mit dem Wolf nicht zu verwechseln war.

Bei der reinen Gcbrauchszucht wurde alles von der Zuchtverwendung ausgeschlossen, was den Anforderungen nicht entsprach. Diese Art der Zuchtauswahl in Verbindung mit Inzucht führte zur Herausbildung örtlicher Schläge und zur Voraussetzung für die Rassenbildung...

Ende der Zitierung aus obigem Buch!

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